Veröffentlicht am 8. Mai 2017

So international und dabei so schwäbisch

Internationaler Fortschritt und schwäbische Wurzeln sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Elektronikbauteile des Gärtringer Unternehmens sitronic sind weltweit gefragt, doch die Entwicklung und die Produktion bleiben im Ländle. So lautet das klare Bekenntnis des Geschäftsführers Heinz-Dieter Müller.

sitronic entwickelt und fertigt Leistungs- und Steuerungselektronik sowie Sensorik für die Automobilindustrie. Hierbei ist höchste Qualität und maximale Präzision gefragt. Der Automobilzulieferer arbeitet auf tausendstel Millimeter genau – auch in der Großserienproduktion. Denn darauf kommt es vor allem bei den Elektronikbauteilen, die hier entwickelt und gefertigt werden, an. Das ist hochkarätige Präzisionsarbeit und das ist weltweit gefragt.

Um auch auf dem internationalen Markt erfolgreich zu agieren, setzt sitronic auf Partner in den jeweiligen Ländern. „Es ist für Geschäfte in ausländischen Märkten unerlässlich, dass wir vor Ort jemanden haben, der den Markt und die Mentalität der Leute kennt“, so Sven Easterbrook, Vertriebsleiter bei sitronic. Aus diesem Grund wurde 2015 in den USA eine eigene Tochtergesellschaft gegründet und in Südkorea (Seoul) und China (Shanghai) arbeitet das Unternehmen erfolgreich mit Handelsvertretungen zusammen. So lud sitronic erst jetzt zum internationalen Vertriebsmeeting nach Gärtringen. Verantwortliche aus den USA, aus China, Südkorea und natürlich Deutschland kamen zusammen, um sich auszutauschen, kennen zu lernen und gemeinsame Ziele zu definieren.

Eine Auslagerung der Produktion in Billiglohnländer schließt Geschäftsführer Heinz-Dieter Müller allerdings kategorisch aus. „Wir sind stolz darauf, dass wir in alle Welt liefern, aber wir sind nicht gezwungen ins Ausland zu gehen. Wenn wir im Ausland produzieren, dann nicht zum Nachteil des Standortes Deutschland.“ Sichtbare Signale setzt der Unternehmer mit dem Ausbau von Flächen und Mitarbeiterzahlen in Gärtringen. So wurde die Produktionsfläche um 1.500 qm erweitert und in weitere hochautomatisierte Maschinen investiert. Mit 290 Mitarbeitern hat sich sitronic in den letzten Jahren zum größten Arbeitgeber am Ort entwickelt und wächst noch weiter. Das Kernstück des Unternehmens, das Know-how für die Entwicklung und Produktion, wird auch in Zukunft in Gärtringen bleiben.

Trends in der Automobilindustrie hat das Unternehmen stets im Blick: Im Bereich der Elektromobilität sieht sitronic ganz klar den Bedarf nach mehr Reichweite durch weniger Stromverbrauch. Aber auch das autonome Fahren wird viele Veränderungen mit sich bringen. So wird das Auto als quasi mobiles Büro ganz neue Anforderungen an die Klimaregelung, eine wichtiger Kompetenz von sitronic, stellen, da das Klimagefühl beim Fahren ein anderes ist als beim Arbeiten. Bereiche, in denen das schwäbische Unternehmen am Puls der Zeit ist und innovativ auf der internationalen Bühne agiert.